Goethe am Sonnabend Nr. 22

Das festliche Nachspiel zu den Hagestolzen Ifflands haben unsre Leser selbst beurteilt; über dessen Entstehung fügen wir auch einige Betrachtungen hinzu, welche vielleicht nicht ohne Frucht bleiben werden.

Es gehört nämlich dieses Stück nicht Einem Verfasser an, es ist vielmehr eine gesellige Arbeit, wie solche schon seit geraumer Zeit bei uns herkömmlich sind. Denn so ist z. B. die Fortsetzung des Vorspiels: Was wir bringen, zum Andenken Reils in Halle aufgeführt, gleicherweise entstanden, nicht weniger jene Sammlung kleiner Gedichte, im August 1814, unserm gnädigsten, aus dem Felde zurückkehrenden Herrn als Willkommen dargebracht.

Solche geselligen Arbeiten sind der Stufe, worauf die Kultur unseres Vaterlandes steht, vollkommen angemessen, indem eine Fülle von Begriffen, Empfindungen und Überzeugungen, allgemein übereinstimmend, verbreitet ist, so wie die Gabe sich rhythmisch angenehm und schicklich auszudrücken.

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Dienstagsposting: Italien

Foto: nw2015

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Sehnsuchtsort der Nordmenschen, Glanz antiker Größe, Wiege der Rechtskultur. Das sind die ersten Charakterisierungen, die mir für Italien einfallen. Selbst habe ich eine Vielzahl von Familienurlauben als Kind und Jugendlicher dort verbracht und war dann mehrmals  in den Semesterferien in der Toskana und später auf Konferenzen in Südtirol, Rom und Trento. In Rom besuchte ich natürlich die Originalschauplätze der Oper »Tosca«. Eigentlich wird es wieder einmal Zeit für Italien.

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In dem schönen Reisebuch »Ganz weit weg. Leselust und Reisefieber«, das Petra von Philea’s Blog verfaßt hat, schildert die Autorin ihre frühen Reiseerfahrungen im Auto der Eltern. Genauso war es bei mir auch! Ohne Gurt und Kindersitz, erst durch Deutschland, dann über die Alpenpässe hinauf und hinunter, dazwischen eine Übernachtung im Berner Oberland oder in Graubünden. Dann, auf der Alpensüdseite: Sonne, Wärme, das andere Licht. später, auf der Autobahn in der Po-Ebene die flimmernde Luft über dem Asphalt. Schließlich: das Meer! Ligurien, Cinque Terre, Sestri Levante.

Viele mögen als erstes an Goethes Flucht nach Italien denken, aber es gab vor ihm Italienreisende und Autoren, die über Italien schrieben und dichteten. Aber die goetheschen Italienreisen, ihre literarischen Ergebnisse und die Erleichterungen im Verkehr, die das 19. Jahrhundert mit sich brachte, führten gleichsam zu einer  Selbstverständlichkeit der Italienreise in bestimmten Bevölkerungsschichten.

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Leseliste 2015 – 3

Im dritten Quartal wurden gelesen:

Javier Marías, Morgen in der Schlacht denk an mich

Weitschweifige Geschwätzigkeit, die mich nur stellenweise amüsierte.

Siegfried Lenz, Gespräche unter Freunden

Interessante Gespräche von und mit Siegfried Lenz über Bücher, Menschen und Politik.

Frank Schirrmacher, Ungeheuerliche Neuigkeiten

Als er starb, hieß es in allen Nachrufen, er werde fehlen. Hier kann man in konzentrierter Form nachlesen, warum das so ist.

MichaelKleeberg, Vaterjahre

Ein Babyboomerleben in Deutschland, spannend erzählt.

Alphonse Daudet, Meistererzählungen – Ω

Altväterliche Darstellung des Allzumenschlichen.

Philipp Tingler, Schöne Seelen

Ein Kreis vonSchönheitschirurgie, Partys, Therapeutencouch (hier ein Sessel) und Kronenhalle.

Petra Gust-Kazakos, Ganz weit weg: Leselust und Reisefieber – Ω

Ein Lesegenuß der besonderen Art – unbedingt empfehlenswert!

 

 

Aktuell werden (mit mehr oder weniger Unterbrechungen) gelesen:

Theodor Fontane, Der Stechlin

Fruttero&Lucentini, Das Geheimnis der Pineta

Stiftung Deutsches Historisches Museum (Hrsg.), Kaiser und Kalifen. Karl der Große und die Mächte am Mittelmeer 800, 2014

Karl Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, 8. Aufl. 2013

Richard T. Neer, Kunst und Archäologie der Griechischen Welt, Von den Anfängen bis zum Hellenismus, 2012, dt. 2013

Elmar Faber/Carsten Wurm (Hrsg.), Bühne auf! Erstlingswerke deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts, 2012

Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, 2011

Christopher Clark, The Sleepwalkers – How Europe went to War in 1914, 2012 (Kindle)

George F. Kennan, Bismarcks Europäisches System in der Auflösung. Die französisch-russische Annäherung 1875-1890, 1979, dt. 1981

Karl Helfferich, Der Weltkrieg, 1. Band: Die Vorgeschichte des Weltkriegs, 1919 (Kindle)

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Dienstagsposting: Kochbücher

Foto: nw2015

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Ja, ich esse und koche gerne. Meist, also unter der Woche, muß es dabei ja doch eher schnell gehen, aber frisch soll das Essen schon sein und ein guter Wein dazu kredenzt werden. Am Wochenende, gerade wenn Gäste kommen, koche ich dann auch schon mal etwas aufwendiger. Etwa das Rieslinghuhn nach Wolfram Siebeck, Tafelspitz oder Kalbsrahmgulasch nach Johann Lafer oder etwas „Geniales“ von Jamie Oliver, wie Kürbis à la Hamilton oder mariniertes Schweinefilet auf Rhabarber.

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Mein neuestes Kochbuch ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern die Rezepte von Donna Hay sind gut nachzukochen und darüber hinaus inspirierend. Als erstes habe ich einen richtigen Vanillepudding gekocht, also ohne Pulver von Dr. Oetker (auf das ich nichts kommen lasse!). Sehr gut, aber auch recht gehaltvoll. 😊 Oder ein „Schmetterlingshuhn“, bei dem man das Rückgrat herausnimmt, so daß man es aufklappen kann. Es gart dann deutlich schneller.

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Als Geschenk von Freunden, die eine weitere meiner Leidenschaften kennen, erhielt ich »Opera al dente«, das sehr amüsant zu lesen ist und die zu in erstaunlich vielen Opern erwähnten Speisen notwendigen Rezepte liefert.

Bon appétit!

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