Das Sonntagsobjekt: Le Monde d’Hermès

Hermès, ein altehrwürdiges französisches Unternehmen, ursprünglich auf Reitsättel und zugehörigen Bedarf spezialisiert, dürfte den meisten durch die berühmten Carrées bekannt sein, jene Seidentücher, die Frauen von Welt um den Hals schlingen und gelegentlich auch als Kopftuch tragen, etwa im Cabrio oder auf der Vespa. Europäische Filme der 50er und 60er Jahre künden davon.

Hermès verfügt in Paris, in der Rue du Faubourg Saint Honoré, über ein unbedingt sehenswertes Hauptgeschäft und weltweite Niederlassungen. Man pflegt alte Handwerkstraditionen, vor allem bei Leder, aber auch beim Seidendruck.

Cover des Magazins "Le Monde d'Hermès" Foto: nw2015

Cover des Magazins „Le Monde d’Hermès“
Foto: nw2015

Außerdem wird regelmäßig ein Magazin verschickt, das mehr sein will und auch ist, als ein bloßer Katalog der jeweils neuen Modekollektion. In diesem Sommer wurde das Magazin gerelauncht und liegt nun in sehr ansprechender Form vor: mit vielen Bildern und interessanten Texten.

Es geht um eines der pariserischsten aller Themen: das Flanieren. In Texten und Illustrationen wird das scheinbar ziellose Umherschreiten thematisiert und zu einer echten Lesefreude.

Aus dem Magazin Foto: nw2015

Aus dem Magazin
Foto: nw2015

Aus dem Magazin Foto: nw2015

Aus dem Magazin
Foto: nw2015

Aus dem Magazin Foto: nw2015

Aus dem Magazin
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Die verschiedenen Modestrecken greifen das Thema zum Teil auf:

Aus dem Magazin Foto: nw2015

Aus dem Magazin
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Oder sie spielen mit klassischen Motiven der Modephotographie:

Aus dem Magazin Foto: nw2015

Aus dem Magazin
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Ich bekomme dieses Magazin übrigens zugesandt, weil ich meiner Mama einmal zu einem runden Geburtstag solch ein Carrée schenkte.

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Reise nach Belgrad – 5 (Schluß)

23. September 2015

Nach dem Frühstück habe ich den Koffer gepackt und ausgecheckt. Mein Rückflug am späten Nachmittag erlaubt mir noch ein wenig Sightseeing. Da ich bereits das Alte Fort und Teile der Innenstadt angesehen habe, sollte mich mein Weg heute in eine andere Gegend Belgrads bringen.  Vier Kilometer Fußweg, dabei eine wichtige Verkehrsader überqueren, das alles bei hohen Temperaturen und Sonnenschein.

Foto: nw2015

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Theater Foto: nw2015

Theater
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Am Hotel Moskva und dem Theater mit der verkleideten Fassade vorbei – dieses Stück Weges kannte ich schon von meinem gestrigen Gang zum Café Manjez – und dann weiter. Doch anstatt zur rechten Zeit abzubiegen, ging ich geradeaus weiter, auf die plötzlich über den Dächern aufgetauchte, mächtige Kathedrale zu.

Foto: nw2015

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Auf der höchsten Erhebung thronend, dominiert die Kathedrale des Heiligen Sava nicht nur das Stadtbild, sondern ist auch innen von beeindruckender Größe. Diese kommt umso mehr zur Geltung, da die Kirche gerade renoviert wird und von innen wie ein Rohbau wirkt, entkernt und beinahe schmucklos.

Foto: nw2015

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Durch einen kleinen Park – wie alle Parks, Plätze und Brunnen ist er belebt – gelange ich zu einer Straßenkreuzung, die mir mehrere Möglichkeiten bietet, auf meine ursprüngliche Route zurückzukehren. Ich entscheide mich für den Weg durch das Gelände der Universitätsklinik. Der Weg schlängelt sich recht steil den Berg hinunter, den ich zuvor von der anderen Seite heraufgeschritten bin. Die Klinikanlage stammt aus dem späten neunzehnten Jahrhundert und trägt schwer an zwischenzeitlichen, freilich auch schon wieder recht angejahrten Modernisierungen. Wie in einem Trichter laufen am Ende ein paar Sträßchen und Wege auf einen Fußgängersteg zu, der hier die Ausfallstraße überquert.

Foto: nw2015

Foto: nw2015

Auf der andern Seite ist ein erneuter Anstieg zu bewältigen, der zu einem Plateau führt. Dort bin ich in einer Welt angekommen, die mich von ihrer Anlage her an die Siedlungen der amerikanischen Soldaten in Wiesbaden erinnert. Sanft schwingende, weite Kurven, langsame Anstiege, breite Straßen, sehr viel Grün. Hinter einem Boulevard liegt mein Ziel, das Areal der früheren Residenz von Tito.

Foto: nw2015

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Das Museum des Jugoslawischen Sports dient heute als Stätte der Erinnerung und beherbergt eine Ausstellung, bei der Künstler aus elf Ländern Südosteuropas Erinnerung thematisieren. Fotos und Videos sowie Originalquellen werden gezeigt und veranschaulichen Erinnerung und Erinnern für mich mehr oder weniger überzeugend, etwa eine Folge von Fotos und Zeitungsausschnitten aus Griechenland (s.u.). Interessant ist das Museum selbst, ein Bau der 1960er Moderne, im Stile des früheren Bonner Kanzlerbungalows.

Fotografie von 1982 Foto: nw2015

Fotografie von 1982
Foto: nw2015

Nur ein anderer Besucher hat sich hierher verirrt. Nach einem eher kurzen Rundgang geht es wieder hinaus und durch in Tor in den sich eine Anhöhe hinaufziehenden Rosen- und Skulpturengarten, in dem das Haus der Blumen liegt. Dort sind Tito (1892-1980) und seine im Jahr 2013 verstorbene Frau begraben.

Foto: nw2015

Foto: nw2015

Rosen und Skulpturen sind in überschaubarer Anzahl und wenig beeindruckender Qualität vorhanden; am interessantesten ist eine Statue, die Josip Broz Tito in der Marschallsuniform 1948 zeigt.

Marschall Tito Foto: nw2015

Marschall Tito
Foto: nw2015

Der Marmorsockel, unter dem Tito liegt, ist zwar groß, aber insgesamt verströmt der Bau eine überraschende Leichtigkeit und erscheint mir als perfekter Ausdruck der Zukunftshoffnungen, für die das 20. Jahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg einmal stand.

Grabstätte Titos Foto: nw2015

Grabstätte Titos
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Der Museumsteil ist klein und gut in die Anlage integriert; erinnert wird an die jugoslawische Tradition, zu Titos Geburtstag im ganzen Land Staffelläufe zu veranstalten und einer zentralen Zeremonie im Belgrader Stadion an ihn übergeben. Eine Auswahl dieser verzierten Stäbe – je nach Berufs- oder Gesellschaftsgruppe sehr unterschiedlich – ist zu sehen. Gezeigt wird auch die Wirkungsgeschichte des Grabmals/Museums parallel zur staatlichen Entwicklung Jugoslawiens bis zum heutigen Serbien. Es ist ferner ein wuchtiger Holzschreibtisch zu sehen, persönliche Rauchutensilien und ein Schreibset, das ihm einst Präsident Kennedy schenkte. Es habe immer auf seinem Schreibtisch gestanden und habe Tito viel bedeutet – so von Präsident zu Präsident.

Autobahnkreuz Foto: nw2015

Autobahnkreuz
Foto: nw2015

Autobahnkreuz Foto: nw2015

Autobahnkreuz
Foto: nw2015

Der Abstieg zur Stadt führt mich nun über ein großdimensioniertes Autobahnkreuz, das mich als Kind meiner Generation und Kind meiner Eltern stark anspricht. In ihm kommt für mich eine unbefangene Auffassung der Welt zum Ausdruck, der Glaube an unbegrenzten Fortschritt. Dieses Gefühl, nach der Erfahrung der Atombombe nun alle Kräfte in den zivilen Auf- und Ausbau zu stecken – was daraus doch geworden ist…

Auf dem Rückweg erreiche ich das Café Moskva, in dem ich gestern bereits zu Torte und Kaffee eingekehrt war. Heute versuche ich es mit dem Hotel(bar)klassiker, einem Clubsandwich. Das läßt auf sich warten, der Kenner bittet um Nachsicht, es sei etwas schiefgegangen, dann kommt es. Wir breiten den Mantel des Schweigens darüber, alles war immerhin frisch und wir waren hungrig.

Während ich warte, schreibe ich diese Eindrücke nieder.

Der weitere Weg führt an Gebäuden vorbei, die noch Spuren des NATO-Bombardements tragen.

Bombenschäden Foto: nw2015

Bombenschäden
Foto: nw2015

Bombenschäden Foto: nw2015

Bombenschäden
Foto: nw2015

Danach kehre ich zurück in die belebte Fußgängerzone, in der mein Hotel liegt, wo mein Koffer auf mich wartet. Aber zunächst bleibt noch etwas Zeit zur Erkundung links und rechts davon liegender Straßen, mit dem Universitätsgebäude und seinem schönen Innenhof sowie die Studentenpark auf der einen Seite und einem allerliebsten Platz auf der anderen, umgeben von kleinen Straßen mit Cafés und kleinen, teils recht exklusiven Läden.

Café Koffein Foto: nw2015

Café Koffein
Foto: nw2015

Ich entdecke das Café mit dem sprechenden Namen „Koffein“, das eine interessante Mischung aus abgeschabtem Ostküstencharme und Berlin-Mitte verströmt. Der Kaffee ist sehr gut, nur das Internet überlastet – kein Wunder, alle sitzen vor ihrem aufgeklappten MacBook oder hantieren mit einem mobilen Endgerät.

Ich schaue aus dem Fenster auf die sonnige Straße, genieße die schattige Pause und lese weiter in Petras Buch über das Reisen. Perfekt!

Bald darauf geht es zurück zum Hotel, den Koffer holen, dann zum Flughafen und wieder nach Hause!

Reise nach Belgrad – 1

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Reise nach Belgrad – 4

22. September 2015

Panel zur Religionsfreiheit Foto: nw2015

Panel zur Religionsfreiheit
Foto: nw2015

Am zweiten Tag der Konferenz wird auf thematisch organisierten Panels diskutiert und stellen Forscher ihre Untersuchungen und (Zwischen)Ergebnisse vor. Normaler Konferenzalltag also. Gestern war es ja mehr um die interne Organisation des Netzwerks, um Kooperationsmöglichkeiten und natürlich auch um die aktuelle Flüchtlingskrise gegangen.

Abschlußsitzung Foto: nw2015

Abschlußsitzung
Foto: nw2015

Das dichtgedrängte Programm wird durch ein nahrhaftes Mittagessen unterbrochen und endet bereits um 16:00 Uhr. Das erlaubt mir ein nachmittägliches Schlendern durch die Stadt, das Schreiben von Postkarten und das Aufsuchen eines Kaffeehauses mit der passenden Reiselektüre.

Foto: nw2015

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Café Moskva Foto: nw2015

Café Moskva
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Abends steht dann der bei solchen Konferenzen dazugehörende Empfang durch einen Botschafter an. Hier ist es der dänische Botschafter, der in seine Residenz lädt (die er selbst als „fake Swiss chalet“ bezeichnet.

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Reise nach Belgrad – 1

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Reise nach Belgrad – 3

Reise nach Belgrad – 5

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Reise nach Belgrad – 3

Montag, 21. September 2015

Im Gebäude des Jugoslawischen Filmarchivs findet die Konferenz statt. Ein ehemaliges Prinzenpalais aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, außen trutzig-häßlich, nach einer längeren Interimszeit als Hotel und Regierungsgebäude nun innen komplett neu gestaltet, beherbergt es eine sehr große Filmsammlung und weitere Exponate.

Jugoslawisches Filmarchiv Foto: nw2015

Jugoslawisches Filmarchiv
Foto: nw2015

Jugoslawisches Filmarchiv Foto: nw2015

Jugoslawisches Filmarchiv
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Das Programm ist am ersten Tag auf die Kooperation innerhalb des Netzwerks der Forschungseinrichtungen konzentriert und wird mit einem Vortrag der ugandischen Verfassungsrichterin Lillian Tibatemwa-Ekirikubinza abgeschlossen.

Foto: nw2015

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Danach gibt es als touristische Komponente die Besichtigung der Residenz der Prinzessin Ljubica, ein 1829 im traditionellen Balkanstil erbautes Konak (Karl-May-Leser  werden sich des Begriffs erinnern).

Residenz Prinzessin Ljubica Foto: nw2015

Residenz Prinzessin Ljubica
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Das Abendessen wird in einem Restaurant am Ufer der Save eingenommen, das vom Stil her an New York erinnert und hier gerade als der letzte Schrei gilt.

Save Foto: nw2015

Save
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Save Foto: nw2015

Save
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