Erste Sätze: Kesting, Die großen Sänger

„Geschichte beginnt manchmal mit scheinbar beiläufigen Geschichten. Diese begab sich am 17. Februar 1901 im Mailänder Teatro alla Scala, am Morgen vor der Premiere von Gaetano Donizettis komischer Oper L’Elisir d’Amore. Der Dirigent Arturo Toscanini erhielt von einem Melomanen einen Brief voll heftiger Vorwürfe.“

Toscanini hält an seinem Tenor fest, dem die Premiere zum Triumph gerät. Enrico Caruso (1872-1921) beginnt seine außergewöhnliche Karriere.

Jürgen Kesting, Die großen Sänger, 1.Aufl. 1986, S. 3

 

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Goethe am Sonnabend Nr. 9

Antonio
Es ist nicht mein Betragen, meine Kunst,
Durch die ich deinen Willen, Herr, vollbracht.
Denn welcher Kluge fänd‘ im Vatican
Nicht seinen Meister? Vieles traf zusammen
Das ich zu unserm Vorteil nutzen konnte.
Dich ehrt Gregor und grüßt und segnet dich.
Der Greis, der würdigste dem eine Krone
Das Haupt belastet, denkt der Zeit mit Freuden,
Da er in seinen Arm dich schloß. Der Mann
Der Männer unterscheidet, kennt und rühmt
Dich hoch! Um deinetwillen tat er viel.

Alphons
Ich freue seiner guten Meinung mich,
So fern sie redlich ist. Doch weißt du wohl,
Vom Vatican herab sieht man die Reiche
Schon klein genug zu seinen Füßen liegen,
Geschweige denn die Fürsten und die Menschen.
Gestehe nur was dir am meisten half!

Antonio
Gut! wenn du willst: der hohe Sinn des Papsts.
Er sieht das Kleine klein, das Große groß.
Damit er einer Welt gebiete, gibt
Er seinen Nachbarn gern und freundlich nach.
Das Streifchen Land, das er dir überläßt,
Weiß er, wie deine Freundschaft, wohl zu schätzen.
Italien soll ruhig sein, er will
In seiner Nähe Freunde sehen, Friede
Bei seinen Grenzen halten, daß die Macht
Der Christenheit, die er gewaltig lenkt,
Die Türken da, die Ketzer dort vertilge.

Prinzessin
Weiß man die Männer, die er mehr als andre
Begünstigt, die sich ihm vertraulich nahn?

Antonio
Nur der erfahrne Mann besitzt sein Ohr,
Der tätige sein Zutraun, seine Gunst.
Er, der von Jugend auf dem Staat gedient,
Beherrscht ihn jetzt und wirkt auf jene Höfe,
Die er vor Jahren als Gesandter schon
Gesehen und gekannt und oft gelenkt.
Es liegt die Welt so klar vor seinem Blick
Als wie der Vorteil seines eignen Staats.
Wenn man ihn handeln sieht, so lobt man ihn
Und freut sich, wenn die Zeit entdeckt was er
Im Stillen lang bereitet und vollbracht.
Es ist kein schönrer Anblick in der Welt
Als einen Fürsten sehn der klug regiert;
Das Reich zu sehn, wo jeder stolz gehorcht,
Wo jeder sich nur selbst zu dienen glaubt
Weil ihm das Rechte nur befohlen wird.

 

Torquato Tasso. Ein Schauspiel. Erster Aufzug, vierter Auftritt (1789)
Münchner Ausgabe Bd. 3.1, 1990, S. 442ff.

 

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Wir alle sind, was wir gelesen – Golo Mann über Lektüren

Diese Sammlung von Aufsätzen und Reden zur Literatur erschien bei S. Fischer im Jahre 1989 aus Anlaß seines achtzigsten Geburtstags und versammelt  21 kürzere und längere Texte. Mann beschäftigt sich mit u.a. Horaz und Tacitus, Don Quijote, Goethe, Hölderlin, Kleist, Rückert, Heine, Fontane, Busch, seinem Onkel Heinrich, Jünger, Nossack und Orwell. Die Texte waren zwischen 1949 und 1987 erschienen.

Auch in der kleinen Form – ich habe neben den Memoiren Golo Manns mehrere seiner historischen Werke gelesen – begegnet dem Leser der charakteristische Tonfall,  der mitunter bärbeißige Humor und die weitgespannte Belesenheit. Er wendet sich seinem Gegenstand jeweils mit großer Aufmerksamkeit zu.

Liebevoll widmet er sich Gedichten Theodor Fontanes und begrüßt dessen Lob der Vergangenheit – „altpreußischer Durchschnitt“ – und kann die Resignation Fontanes gut nachvollziehen. Mann selbst hat ja – Urs Bitterli beschreibt das in der Biographie Golo Manns sehr anschaulich – kein wirklich glückliches Leben geführt. Ihm gefällt Wilhelm Buschs Pessimismus und er bewundert die Sprachmächtigkeit der römischen Schriftsteller.

Eine lesenswerte Sammmlung schöner Texte über gute Bücher.

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Erneute Bilanz

Am 23. August 2013 – zwei Monate nach dem Start dieses Blogs – habe ich eine erste Bilanz gezogen und war erfreut und auch überrascht von der positiven Resonanz, die meine Aktivität gefunden hat.

BlogSo sieht es nun aus, und ich kann nur wiederholen, daß mich das Interesse sehr freut. Wobei die gelegentlichen (netz-)politischen Äußerungen für relativ hohe Zugriffszahlen gesorgt haben, während die Posts zu Büchern, Geschichte und Kultur einen eher kleineren, aber insgesamt auch wachsenden Kreis von – worüber ich mich besonders freue! – treuen Leserinnen und Lesern findet.

Blog2

Auch die regionale Streuung hat sich etwas ausgeweitet, bleibt aber schon wegen der Deutschsprachigkeit begrenzt.

Mir macht das Bloggen jedenfalls Spaß, ich habe viele Gleichgesinnte kennengelernt und sehe dem weiteren Austausch auch mit Freude entgegen.

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