Verdis Othello besprochen von Hanslick

Am 5. Februar 1887 fand im Beisein des Komponisten die erste Premiere – heute spricht man bei solchen Gelegenheiten von Welturaufführung – von Giuseppe Verdis (1813-1901) Oper Othello statt.

Eduard Hanslick (1825-1904), der berühmte Wiener Musikkritiker, besuchte knapp zwei Monate später die zwanzigste Vorstellung des noch jungen Werks; nebenbei ein Beweis für die Leistungsfähigkeit des Teatro alla Scala di Milano, eine solche Suite auf die Bühne zu bringen. Hanslicks ausführlicher Bericht erschien 1888 im „Musikalischen Skizzenbuch“.

„Daß ganz Italien den Atem anhielt, erscheint begreiflich; Verdi ist als Künstler wie als Mensch der Liebling seines Volkes und seit vierzig Jahren dessen einzig unbestrittener großer Komponist. Für Italien bedeutete ‚Othello‘ eine nationale Angelegenheit; man vergaß darüber die Ministerkrise, vergaß die Niederlagen in Abessinien. Daß hingegen die vornehmsten Zeitungen Frankreichs, Englands, Deutschlands, ja Amerikas eigene Berichterstatter nach Mailand absendeten, mitten im Winter, um über den Erfolg des ‚Othello‘ zu referieren, ja aktweise zu telegrafieren, das ist ein auffallendes Zeichen der Zeit.“

Die Oper war damals noch, man spürt es hier und an jeder Stelle des Textes, eben eine zeitgenössische und überdies Leidenschaften erregende Kunstform, noch nicht musealisiert und es gab eine lebendige Gebrauchsproduktion.

Irritiert fragt Hanslick nach dem Grund für die Begierde gegenüber dem neuen Werk – selbst für Rossinis ‚Tell‘ und Meyerbeers ‚Prophet‘ sei kaum jemand nach Paris gereist. Gut, Wagners ‚Ring des Nibelungen‘ habe europaweit Beachtung gefunden, sei aber auch durch jahrelange Reklame vorbereitet worden. Das Interesse am ‚Othello‘ erklärt Hanslick mit dem Mythos Verdi. Wenn dieser Künstler, vierzehn Jahre nach der ‚Aida‘, noch einmal ein Werk präsentiere, so müsse dieses einfach außerordentlich sein.

Hanslick würdigt den wichtigen Beitrag Arrigo Boitos, des Librettisten, zum Gesamtwerk und lobt die kongeniale Nachdichtung des shakespearschen Originals. Anders als dem Textdichter Rossinis – auch von ihm gibt es einen ‚Othello‘ – gehe es Boito nicht darum, dem Komponisten Anlässe für effektvolle Musikstücke zu liefern (auf diesem Erfolgsrezept beruht die Überzeugungskraft Rossinis), sondern der Vorlage dramatische Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Hanslick gesteht, daß seiner Einschätzung nach ein Eifersuchtsdrama als Opernhandlung musikalisch kaum fruchbar zu machen ist, da es ausführlich das Häßliche zu schildern gelte.

In seiner Auseinandersetzung mit der Musik des ‚Othello‘ handelt Hanslick den Vorwurf, diese sei wagnerisch, kurz ab und verweist ihn ins Reich der Fabel. Wagnerisch, also vom Bayreuther Meister selbst erfunden, sei die Komponiermethode und der Musikstil in den ‚Meistersingern‘, ‚Tristan‘, ‚Parsifal‘ und den ‚Nibelungen‘. Alles andere von Wagner sei hochdramatische Musik, die einem Trend, der bei vielen Komponisten angelegt sei, folge, diesen durchaus steigere, aber nicht geschaffen habe.

Der ‚Othello‘ hingegen lebe vom Primat des Gesangs und biete eine sublimierte Weiterentwicklung der genuin verdischen Dramatik. Diese Erkenntnis stützt Hanslick in beeindruckender Deutlichkeit auf die schlichte Zurkenntnisnahme der Musik:

„Über ‚Othello‘ war ich bezüglich des Wagner-Märchens nach dem Durchspielen der Partitur völlig im Reinen.“

„Der Gesang, wie nochmals hervorgehoben sei, bleibt überall das Bestimmende, Herrschende, aber er folgt anschmiegsam dem wechselnden Gedanken- und Empfindungsgang, den einzelnen Reden und Worten.“

Ein Beispiel mag das illustrieren:

Duett Othello-Jago aus dem 2. Akt

Insgesamt will Hanslick aber seine Enttäuschung nicht verbergen:

“Wer Goethes ‚Wanderjahre‘ über den ‚Werther‘ stellt, der mag auch den ‚Othello‘ jenen früheren Opern Verdis vorziehen. ‚Othello‘ ist ein durchaus nobles, hochachtbares Werk, zudem biographisch durchaus merkwürdig: ein Ehrendenkmal für die künstlerische Klärung und zusammenfassende Kraft eines am Ende seiner Ruhmeslaufbahn angelangten Volkslieblings.“

Zum Liebesduett Othello-Desdemona aus dem 1. Akt schreibt Hanslick

„Wir können dieses vielgerühmte und gewiß untadelige Duett doch kaum vergleichen mit dem letzten Duett zwischen Amneris und dem verurteilen Radames, mit dem Schlußduett in ‚Aida‘ oder dem Andante des Schlußduetts in ‚Maskenball‘.“

Zwar sei insgesamt an „charakteristischen Zügen“ kein Mangel. Aber:

„Überhaupt hört man die ganze Oper mit regem Anteil und wartet nur im Verlauf des Abends etwas lange auf ein Musikstück, das als solches neu und hinreißend wirke.“

Für Deutschland prophezeite Hanslick dem Werk aber Erfolg, man kenne seinen Shakespeare und werde auch den künstlerischen Ernst der Oper schätzen lernen.

Insgesamt eine ausführliche und fundierte Auseinandersetzung mit einer zeitgenössischen Opernproduktion auf dreizehn Druckseiten. Daß die Nachwelt den Othello durchaus über die Aida stellen und eben doch als Weiterentwicklung des kompositorischen Schaffens werten würde, konnte Hanslick naturgemäß nicht wissen.

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Edith Wharton, Dämmerschlaf

Gesellschaftliche Zwänge bilden das große Thema der New Yorker Autorin, die von 1862 bis 1937 lebte und das glanzvolle Leben der Upper Class von klein auf kennengelernt hatte. Sie floh nach der Jahrhundertwende aus einer unglücklichen, konventionellen Ehe nach Paris und lebte bis zu ihrem Tod in Frankreich. Für das 1897 erschienene Buch „The Age of Innocence“ erhielt sie 1920 den Pulitzerpreis.

Vor bald zwanzig Jahren las ich ihren unvollendet gebliebenen Roman „Die Freibeuterinnen“, der von Marion Manwaring fertiggestellt wurde und seinerzeit als Sensation angepriesen wurde. Hier werden junge Frauen, deren Väter kein altes Geld besitzen, und die deshalb keine besonders guten Partien machen können, nach England verbracht und dienen der dortigen Aristokratie zur Blut- und Geldauffrischung.

Dadurch neugierig gemacht erwarb ich ein paar Jahre später bei einem Amerikaaufenthalt die Erzählungen „Old New York“, in denen die Gepflogenheiten der Jahrhundertmitte dargestellt werden. Das fand ich dann weniger ansprechend, zwar nicht ohne ein paar Spitzen, aber doch sehr betulich.

Als aber nun bei Manesse der Roman „Dämmerschlaf“ („Twilight Sleep“, 1927) in einer neuen Übersetzung herauskam, wollte ich mich noch einmal  auf die Autorin einlassen – und erlag zugegebenermaßen auch den Verlockungen des Umschlagphotos. Das insgesamt schlicht, aber schöne gestaltete Buch birgt eine ganze Menge Lesevergnügen.

Es spielt nach dem Ersten Weltkrieg und führt in die Privatsphäre der gehobenen, freilich nicht der höchsten Kreise New Yorks. Der straff durchorganisierte, keine freie – sie wäre denn genau vorgesehen! – Minute umfassende Tagesablauf der weiblichen Hauptfigur Pauline begegnet uns schon auf der ersten Seite und er gibt über weite Strecken den Takt des Buches vor. Selbst andere, eigentlich gemächlicher lebende Figuren wie der erste Ehegatte werden davon erfaßt.

„Es war schon kurz nach drei, als Pauline die Treppe vor der Haustür der Lindons nach unten stieg und ihren Chauffeur anwies: ‚Zu Mr Wyant.‘ Dabei waren ihre vom Vormittag verschobenen eurhythmischen Übungen noch irgendwie unterzubringen, und um halb fünf musste sie fertig gebadet, onduliert und gewandet in ihrem Ballsaal die Muttertagsversammlung mit anschließendem monströsem Teeempfang leiten.“ (S. 81f.)

Wharton findet immer wieder erfrischende Formulierungen:

„Keine Ruhekur auf Erden wirkte auf sie so belebend wie ein überstürzter Appell an ihre praktische Tatkraft; sie wurde davon gepackt wie ein Kavalleriepferd vom Hornsignal und zwang die erschöpfte Maisie, sich ebenso packen zu lassen.“ (S. 144)

Anders als bei Upton Sinclairs „Öl!“, das an der Westküste und gelegentlich in Washington spielt, wird das Geschäftsleben ausgeblendet. Zwar arbeitet Ehegatte Nr. 2 – aus kleineren Verhältnissen stammend – als Rechtsanwalt, aber Kanzlei und Schreibtisch sind nur Kulisse und die Berufstätigkeit ein Illustrationsmittel, wie die „trockene Verhörstimme“ oder der entschlossene, professionelle Gesichtsausdruck. Die erwachsenen Kinder haben Probleme, die das Luxusleben so mit sich bringt, vor allem Langeweile und Verdruß.

„Er stand auf und hielt die Zeitschrift unter eine der dunkel beschirmten Lampen. Zu Hause, wo Pauline und die Vernunft regierten, war die Beleuchtung so angebracht, dass man immer lesen konnte, ohne aus seinem Sessel aufzustehen, aber in diesem lächerlichen Haushalt, in dem nie jemand ein Buch aufschlug, waren die Lampen so widernatürlich platziert und so stark abgeschirmt, dass man seine Zeitung direkt ans Licht halten musste, um überhaupt etwas erkennen zu können.“ (S. 101f.)

Das Buch schildert glanzvolle Dinnerpartys und die Leere danach, die Austauschbarkeit des sozialen und philantropischen Engagements, den Firlefanz von Gurus und Heilern und beleuchtet scharf die Diskrepanzen zwischen der gesellschaftlichen Fassade und der inhaltlichen Eintönigkeit des Lebens.

„Seine Sehnsucht, in eine Welt zu fliehen, in der Männer und Frauen sündigten und Kinder zeugten, lebten und starben, wie es ihnen gerade einfiel, ohne dass ständig optimistische Millionäre einschritten, war so stark geworden, dass er manchmal das Gefühl hatte, die Fessel der Gewohnheit müsse beim geringsten Ruck zerspringen.“ (S. 151)

Ein Gespräch der Eheleute nach dem späten Abendessen kommt nicht in Gang – was mag er wollen? Immerhin hieß er sie, eine Abendeinladung abzusagen, sie hätten zu reden.

„Vertrautheit bedeutete für sie das nimmermüde Erörtern von Fakten, nicht unbedingt häuslicher Natur, aber doch präziser, greifbarer Fakten. Sie für ihr Teil war war für alles offen, von der Geburtenregelung bis zum Neoimpressionismus; sie schmeichelte sich, das nur wenige Frauen ein breiteres Betätigungsfeld hatten. In intimen Momenten bevorzugte sie etwas heimeligere Themen; am liebsten wäre ihr jetzt ein zärtlicher, fröhlicher Austausch über den Kohlenkeller oder ein bündiges, beherztes Zwiegespräch über das Leck im Boiler gewesen, aber sie konnte sich auf alles einlassen, solange es sich um Tatsachen handelte […]“

Die Familie verbringt dann gemeinsam Zeit auf einem Landsitz, durch den alles eine unerwartete Wendung bekommt.

Mein Fazit: Ein gut geschriebener Roman, keine belanglose Lektüre, aber nun auch nichts weltbewegendes. Durchaus also eine Kaufempfehlung!

Eine sehr schöne Besprechung des Buches gibt es übrigens bei Sätze&Schätze.

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Aus den Oden von John Keats

To Autumn

Season of mist and mellow fruitfulness,
Close bosom-friend of the maturing sun;
Conspiring with him how to load and bless
With fruit the vines that round the thatch-eves run;
To bend with apples the moss’d cottage-trees,
And fill a fruit with ripeness to the core;
To swell the gourd, and pump the hazel shells
With a stew kernel; to set budding more,
And still more,  later flowers for the bees,
Until they think warm days will never cease
For summer has o’er-brimm’d their clammy cells.

Who hath not seen thee oft amid thy store?
Sometimes whoever seeks abroad may find
Thee sitting careless on a granary floor,
Thy hair soft-lifted by the winnowing wind;
Or on a half-reap’d furrow sound asleep,
Drows’d with the fume of poppies, while thy hook
Spares the next swath and all its twined flowers:
And sometimes like a gleaner thou dust keep
Steady the laden head across a brook;
Or by a cyder-press, with patient look,
Thou watchest the last oozing hours by hours.

Where are the songs of spring? Ay, where are they?
Think not of them, thou hast thy music too, —
While barred clouds bloom the soft-dying day,
And touch the stubble-plains with rosy hue;
Then in a wailful choir the small gnats mourn
Among the river sallows, borne aloft
Or sinking as the light wind lives or dies;
And full grown lambs loud bleat from hilly bourn;
Hedge-cricket sing; and now with treble soft
The red-breast whistles from a garden-croft;
And gathering swallows twitter in the skies.

John Keats, 1820
Helen Vendler (ed.), The Odes of John Keats, 1983, 5th printing 1994, p. 232.

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Goethe am Sonnabend Nr. 10

Isegrim aber, der Wolf, begann die Klage; von allen
Seinen Vettern und Gönnern, von allen Freunden begleitet,
Trat er vor den König und sprach die gerichtlichen Worte:
Gnädigster König und Herr! vernehmet meine Beschwerden.
Edel seid ihr und groß und ehrenvoll, jedem erzeigt ihr
Recht und Gnade: so laßt euch denn auch des Schadens erbarmen,
Den ich von Reineke Fuchs mit großer Schande gelitten.
Aber vor allen Dingen erbarmt euch, daß er mein Weib so
Freventlich öfters verhöhnt und meine Kinder verletzt hat.
Ach! er hat sie mit Unrat besudelt, mit ätzendem Unflat,
Daß mir zu Hause noch drei in bittrer Blindheit sich quälen.
Zwar ist alle der Frevel schon lange zur Sprache gekommen,
Ja, ein Tag war gesetzt, zu schlichten solche Beschwerden;
Er erbot sich zum Eide, doch bald besann er sich anders
Und entwischte behend nach seiner Feste. Das wissen
Alle Männer zu wohl, die hier und neben mir stehen.
Herr! ich könnte die Drangsal, die mir der Bube bereitet,
Nicht mit eilenden Worten in vielen Wochen erzählen.
Würde die Leinwand von Gent, so viel auch ihrer gemacht wird,
Alle zu Pergament, sie faßte die Streiche nicht alle,
Und ich schweige davon. Doch meines Weibes Entehrung
Frißt mir das Herz; ich räche sie auch, es werde, was wolle.

Als nun Isegrim so mit traurigem Mute gesprochen,
Trat ein Hündchen hervor, hieß Wackerlos, redte französisch
Vor dem König: wie arm es gewesen und nichts ihm geblieben
Als ein Stückchen Wurst in einem Wintergebüsche;
Reineke hab auch das ihm genommen! Jetzt sprang auch der Kater
Hinze zornig hervor und sprach: Erhabner Gebieter,
Niemand beschwere sich mehr, daß ihm der Bösewicht schade,
Denn der König allein! Ich sag euch, in dieser Gesellschaft
Ist hier niemand, jung oder alt, er fürchtet den Frevler
Mehr als euch! Doch Wackerlos‘ Klage will wenig bedeuten.
Schon sind Jahre vorbei, seit diese Händel geschehen;
Mir gehörte die Wurst! ich sollte mich damals beschweren.
Jagen war ich gegangen; auf meinem Wege durchsucht ich
Eine Mühle zu Nacht; es schlief die Müllerin; sachte
Nahm ich ein Würstchen, ich will es gestehn; doch hatte zu dieser
Wackerlos irgendein Recht, so dankt‘ ers meiner Bemühung.

Und der Panther begann: Was helfen Klagen und Worte!
Wenig richten sie aus, genug, das Übel ist ruchtbar.
Er ist ein Dieb, ein Mörder! Ich darf es kühnlich behaupten,
Ja, es wissens die Herren, er übet jeglichen Frevel.
Möchten doch alle die Edlen, ja selbst der erhabene König
Gut und Ehre verlieren: er lachte, gewänn er nur etwa
Einen Bissen dabei von einem fetten Kapaune.
Laßt euch erzählen, wie er so übel an Lampen, dem Hasen,
Gestern tat; hier steht er! der Mann, der keinen verletzte.
Reineke stellte sich fromm und wollt ihn allerlei Weisen
Kürzlich lehren, und was zum Kaplan noch weiter gehöret,
Und sie setzten sich gegeneinander, begannen das Kredo.
Aber Reineke konnte die alten Tücken nicht lassen;
Innerhalb unsers Königes Fried und freiem Geleite
Hielt er Lampen gefaßt mit seinen Klauen und zerrte
Tückisch den redlichen Mann. Ich kam die Straße gegangen,
Hörte beider Gesang, der, kaum begonnen, schon wieder
Endete. Horchend wundert ich mich, doch als ich hinzukam,
Kannt ich Reineken stracks, er hatte Lampen beim Kragen;
Ja, er hätt ihm gewiß das Leben genommen, wofern ich
Nicht zum Glücke des Wegs gekommen wäre. Da steht er!
Seht die Wunden an ihm, dem frommen Manne, den keiner
Zu beleidigen denkt. Und will es unser Gebieter,
Wollt ihr Herren es leiden, daß so des Königes Friede,
Sein Geleit und Brief von einem Diebe verhöhnt wird,
O, so wird der König und seine Kinder noch späten
Vorwurf hören von Leuten, die Recht und Gerechtigkeit lieben.

Isegrim sagte darauf. So wird es bleiben, und leider
Wird uns Reineke nie was Gutes erzeigen. O! läg er
Lange tot, das wäre das beste für friedliche Leute;
Aber wird ihm diesmal verziehn, so wird er in kurzem
Etliche kühnlich berücken, die nun es am wenigsten glauben.

Reineke Fuchs. Erster Gesang, Verse 19-88 (1793/94)
Münchner Ausgabe Bd. 4.1, 1988, S. 282ff.

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