Neuerwerbungen im Oktober

Neuerwerbungen im Oktober

Neuerwerbungen im Oktober

Da ist in den letzten Wochen wieder einiges an Neuerwerbungen zusammengekommen. Neben den bereits im Stapel aufgeführten Titeln sind zu erwähnen:

  • Christoph Möllers, Der vermisste Leviathan, 2008
  • Matthias Jestaedt u.a., Das entgrenzte Gericht, 2011
  • Andreas Platthaus, 1813, Die Völkerschlacht bei Leipzig und das Ende der Alten Welt, 2013
  • Peter Ackroyd, London, Die Biographie, 2. Aufl. 2002
  • Ernst Jünger, In Stahlgewittern, Historisch-kritische Ausgabe, 2013
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II. Abonnementkonzert der Staatskapelle Berlin

In der ausverkauften Philharmonie wurde heute zunächst Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 b-moll op. 23 gespielt, Solist war Yefim Bronfman. Danach erklang von Edward Elgar die Symphonie Nr. 2 Es-Dur op. 63.

Bronfman gab den Tastenlöwen, sicher und brillant. Das Orchester klang zunächst etwas sahnig, aber schon im Verlauf des ersten Satzes wechselte der Eindruck von Karamelltoffee zu poliertem Bernstein. Die wuchtigen Tuttischläge saßen, die Flöte brillierte und das Holz pointierte die Melodien – comme il faut!

Elgars Symphonie erinnerte mich an Mahlers Tonsprache, nahm aber auch Anleihen bei Strauss. Ein-, zweimal klang das Blech nach Götterdämmerung, besonders der Beginn des ersten Satzes enthielt Elemente der Pomp&Circumstances-Musik. Insgesamt also hörbar, aber nach meinem Empfinden kein zu Unrecht seltener gespieltes Stück.

 

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Rosendorfer: Don Ottavio erinnert sich

„Und Donna Anna. Ja, ja. Da war ich schon über zwanzig Jahre lang Malteserritter, stand in den, wie man so sagt, besten Mannesjahren, hatte aber natürlich schon längst die Profeß abgelegt, lebte hier im Priorat von Rom, es war kurz bevor ich der Gesandtschaft des Ordens in Wien zugeteilt wurde. Da besuchte ich Donna Anna (damals auch schon seit zwanzig Jahren, Mutter Maria Sinforosa) in ihrem Kloster. Als geistlicher Ritter war es mir gestattet, den Garten zu betreten. Es war Ende Mai. Das Geißblatt blühte. Auch als Nonne und Vierzigjährige war Donna Anna immer noch schön, jedenfalls kam es mir so vor. Ich hielt mich am Griff meines Säbels fest. Das Geißblatt blühte und duftete, aber ich glaube, das habe ich schon erwähnt.“

Don Ottavio erinnert sich, so der Titel dieser wunderbaren Erzählung, und er tut dies im hohen Alter, hat aber die Ereignisse jener Nacht, in denen dieser Don Giovanni den Komtur tötet, und das, was hernach passiert, noch gut im Gedächtnis. Rosendorfer trifft den Alterston wunderbar, tupft das Dramma giocoso aus der (ungewöhnlichen) Perspektive des ‚anderen Mannes‘ auf die Seiten und fesselt seine Leser.

Der nachfolgende Kurzessay unternimmt den Versuch, die Tenorpartie in Mozarts Oper zu rehabilitieren. Zusammengenommen liefern die beiden Texte eine durchaus schlüssige Lesart.

Das im Jahre 1997 erstmals erschienene Taschenbuch enthält weitere, sehr informative Texte, die auch im doppelten Jubiläumsjahr einige Wiederentdeckungen zu Verdi und Wagner bereithalten.

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Porträt: Radius-Verlag

Der besprochene Band

Der besprochene Band

Signaturen

Signaturen

Heute hatte ich wieder einmal ein besonderes Kuvert in der Post. Der Stuttgarter Radius-Verlag sandte den neuen Prospekt, begleitet von den „Werkstattmarginalien eines Verlegers“, in denen der unermüdliche Wolfgang Erk auf die ganz besonderen Höhepunkte hinweist.

Autoren des Radius-Verlags

Autoren des Radius-Verlags

Der Radius-Verlag feierte im Jahre 2012 sein fünfzigjähriges Bestehen; seit 1978 geleitet von Wolfgang Erk, der ab 2000 unterstützt wird von Martin Scharpe.

20131022-235713.jpgEin besonders schöner Band erschien zu diesem Jubiläum, er ist eine wahrhafte und vielfältige, reichbebilderte Chronik, die ein Stück der Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland vermittelt. Die Evangelische Akademikerschaft (EA) ließ ab 1962 ihre Mitgliederzeitschrift, den 1955 begonnen Radius, in einem eigens dafür gegründeten Verlag erscheinen. Diese Vierteljahresschrift für die Mitglieder der Evangelischen Akademikerschaft erschien bis 1990, ihr Alleinstellungsmerkmal waren die 16 Seiten Schwarz-Weiß-Fotografien im Tiefdruckverfahren. Der Verlag ist mit und um den Radius gewachsen. Als die EA den Radius nicht mehr stemmen konnte, wurde er eingestellt – und durch die „Evangelischen Aspekte“ als Mitgliederzeitung ersetzt. Der Radius-Verlag startete dann mit der einzigartigen Zeitschrift „Das Plateau. Die Zeitschrift im Radius-Verlag“. Diese verbindet eindrucksvolle Farbseiten, auf denen speziell für die Zeitschrift geschaffene Kunstwerke zu sehen sind, mit anspruchsvollen Essays. Auch zeitgenössische Lyrik hat ihren festen Platz.

Peter de Mendelssohn an Wolfgang Erk

Peter de Mendelssohn an Wolfgang Erk

Briefauszug Lew Kopelew an Wolfgang Erk

Briefauszug Lew Kopelew an Wolfgang Erk

Die Chronik zeigt Fotos von Autoren, ganz wunderbare Briefe, die faksimiliert wiedergegeben wurden. Ein Fest! Klangvolle Namen – darunter Peter Bichsel, Heinrich Böll, F.C. Delius, Hilde Domin Ida Ehre, Iring Fetscher, Robert Gernhardt, Helmut Gollwitzer, Günter Grass, Reinhard Höppner, Walter Jens, Eberhard Jüngel, Lew Kopelew, Reiner Kunze, Elisabeth Plessen, F.J. Raddatz, Aribert Reimann, Botho Strauß, Christa Wolf – die hier in Bild und Brief betrachtet, erfahren und bedacht werden können.

Briefauszug Aribert Reimann an Wolfgang Erk

Briefauszug Aribert Reimann an Wolfgang Erk

Günther Uecker, both, Prägedruck

Günther Uecker, both, Prägedruck

Ergänzt wird das alles durch Fotos ganz vieler Buchcover und die fesselnde Beschreibung des Gangs durch die Zeit aus der Feder Wolfgang Erks. Liebevoll beschreibt er Veranstaltungen des Verlags, oft mit musikalischer Umrahmung – zwei dieser Veranstaltungen habe ich in Berlin besuchen dürfen, eine im Jahr 2007 mit Elisabeth Plessen, Peter Härtling und mit Sibylle Lewitscharoff, Claudio Bohórquez spielte Violoncello. Außerdem gibt es Reproduktionen einiger in „Das Plateau“ erschienener Kunstwerke.

Von den vielen schönen und anregenden Büchern des Radius-Verlags, die in meinen Regalen stehen, möchte ich diese weiteren erwähnen:

  • Fulbert Steffensky (Hrsg.), Nicolaigasse. Der Pfarrer und das Pfarrhaus in der Literatur, 2004
  • Wolfgang Erk (Hrsg.), Für heute und morgen. Literarisches Geburtstagsbuch, 2. Aufl. 2004
  • Friedrich Schorlemmer (Hrsg.), Das soll Dir bleiben. Texte für morgens und abends, 2012
  • Walter Jens, Pathos und Präzision. Texte zur Theologie, 2002

Der neueingetroffene Katalog enthält nicht nur das beeindruckende Gesamtverzeichnis mit einer wirklich umfassenden Backlist, sondern auch eine Reihe schöner, neuer Bücher aus der Herbstsaison.

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