Wir alle sind, was wir gelesen – Golo Mann über Lektüren

Diese Sammlung von Aufsätzen und Reden zur Literatur erschien bei S. Fischer im Jahre 1989 aus Anlaß seines achtzigsten Geburtstags und versammelt  21 kürzere und längere Texte. Mann beschäftigt sich mit u.a. Horaz und Tacitus, Don Quijote, Goethe, Hölderlin, Kleist, Rückert, Heine, Fontane, Busch, seinem Onkel Heinrich, Jünger, Nossack und Orwell. Die Texte waren zwischen 1949 und 1987 erschienen.

Auch in der kleinen Form – ich habe neben den Memoiren Golo Manns mehrere seiner historischen Werke gelesen – begegnet dem Leser der charakteristische Tonfall,  der mitunter bärbeißige Humor und die weitgespannte Belesenheit. Er wendet sich seinem Gegenstand jeweils mit großer Aufmerksamkeit zu.

Liebevoll widmet er sich Gedichten Theodor Fontanes und begrüßt dessen Lob der Vergangenheit – „altpreußischer Durchschnitt“ – und kann die Resignation Fontanes gut nachvollziehen. Mann selbst hat ja – Urs Bitterli beschreibt das in der Biographie Golo Manns sehr anschaulich – kein wirklich glückliches Leben geführt. Ihm gefällt Wilhelm Buschs Pessimismus und er bewundert die Sprachmächtigkeit der römischen Schriftsteller.

Eine lesenswerte Sammmlung schöner Texte über gute Bücher.

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