
Die magische Zahl drei – Foto: nw2016
Ich war genervt. Offenbar so sehr, daß ich mich hinsetzte und einen Text schrieb. Die Bundeskanzlerin hatte #Neuland gesagt und jeder, der schon mal eine App heruntergeladen hatte, machte sich über sie lustig. Der erste Beitrag auf dem Blog Notizhefte geht tatsächlich um Politik, Journalismus und Internet. Aber selbstverständlich hole ich gleich ein Buch aus dem Regal, um ein Zitat zur Frontier abzuschreiben, und verarbeite Gelesenes:
In Anlehnung an Reinhart Koselleck könnte man von einer Sattelzeit sprechen, in der sich die Gesellschaft durch das Internet und seine Möglichkeiten für Interaktion neu finden müssen. Neue Akteure sind sichtbar geworden – selbst ich schreibe jetzt einen Blogbeitrag! – und alte Akteure müssen sich neu positionieren.
So fing also alles an, an jenem 20. Juni 2013. Noch am selben Tag gab es aber eine kurze Leseempfehlung, die Enzo Traversos »Im Bann der Gewalt« galt. Es folgten Texte über das Laufen und die Vernetzung im Netz, ich begann die Serie mit den Ersten Sätzen, schrieb über Goethe, Zelter und die beginnende Konzertsaison und präsentierte dann, nach mehr als vier Wochen, meine erste Buchbesprechung. Sie gehört bis heute zu den vielgelesenen und galt einem meiner Lieblingsbücher und -autoren: »Lotte in Weimar« von Thomas Mann.
Seither habe ich zwar nicht mehr gelesen als vorher, aber durchaus auch anderes. Bücher, auf die ich durch Blogs aufmerksam geworden bin, Bücher, die mir als Blogger angeboten wurden (selten) oder zeitgenössische Romane, zu denen ich mich dann auch äußern wollte. Ich lernte interessante Blogger und ihre Blogs kennen, alles individuelle Leserinnen und Leser mit unterschiedlichen Schreibstilen und Blogauffassungen. Besonders freut mich auch, daß es von einigen dieser Blogs einen konstant hohen Besucherzufluß gibt. Ich sage: „Danke!“ zu Birgit und Petra, Tilman, Tobi und Uwe.
Besonders erfolgreich waren (und sind) die folgenden Beiträge:
- Gaito Gasdanow, Glück (2014)
- Musik- und Literaturkritiker: Joachim Kaiser (2015)
- Lotte in Weimar – Thomas Manns Goethe-Roman (2013)
- Frank Schirrmacher, Ungeheuerliche Neuigkeiten (2015)
- Die ungleichen Brüder: Thomas und Heinrich Mann (2016)
- Goethe, Faszination des moderneren Individuums (2016)
Zwei meiner Lieblingsbeiträge aus diesen drei Jahren, die etwas mehr Aufmerksamkeit vertragen können, möchte ich noch einmal erwähnen:
- Hamburg, Kunsthalle, Buchhandlung Felix Jud, Staatsoper Hamburg – Erinnerungen an eine schöne Kurzreise.
- Goethe, der im Blog ja durchaus prominent vorkommt, hatte eine besondere Beziehung zur Musik.
Vielen Dank allen fürs Lesen und Kommentieren in diesen drei Jahren.




