Netzalmanach April/Mai 2016

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von Fir0002 (talk) (Uploads) (Fir0002 (talk) (Uploads)) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/), GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)%5D, via Wikimedia Commons

Aus Zeitmangel habe ich dieses Mal wieder zwei Monate zusammengefaßt. Dabei schaue ich zunächst nach dem Fortgang von Blogs, die sich mit dem thematischen Projekt „Erster Weltkrieg“ befassen – nicht zuletzt, weil ich mich mit diesem und meinen anderen Leseprojekten mitunter schwer tue.

[Zu Jan Böhmermann und Ronja von Rönne gibt es hier nichts, vermarktet wird anderenorts.]

Erster Weltkrieg – Hierzu starteten im Jahr 2014 eine Reihe von Projekten, auch auf den Notizheften.

Auf Literaturundfeuilleton finden sich vier Beiträge aus der ersten Hälfte von 2015. Mit Erich Maria Remarque und Stefan Zweig werden zwei bekannte Autoren mit ganz unterschiedlichen Ansätzen vorgestellt; außerdem werden Gabriel Chevalliers in den 1930 Jahren erschienenes Buch „Heldenangst“ und der zeitgenössische Roman Philippe Claudels „Die grauen Seelen“ präsentiert. Nicht in der Kategorie Erster Weltkrieg, aber unter diesem Schlagwort gibt es noch eine Besprechung des Romans „14“ von Jean Echenoz. Insgesamt ein, wie ich finde, ansprechend literarischer Ansatz, sich dem Thema zu nähern.

Kaffeehaussitzer Uwe listet 24 Titel auf und hat davon immerhin bereits dreizehn mit Besprechungen verlinkt. Eine Respekt abnötigende Leseleistung, denn er beschäftigt sich ja noch mit anderem. Hier mischen sich wissenschaftliche Werke mit Sachbüchern und literarischen Verarbeitungen der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ (George F. Kennan).

Der österreichische Literaturblog Duftender Doppelpunkt hat sich das ganze Jahr 2014 über mit dem Ersten Weltkrieg befaßt und bietet eine wahre Fundgrube von Literatur zum Thema.

Ich zumindest habe noch einige Titel in der Warteschleife und nehme mir vor, weiter am Ball zu bleiben.

Ein Jahrhundert lesen“ heißt der Blog, der selbst ein einziges Leseprojekt ist und natürlich auch den Ersten Weltkrieg abdeckt. Inzwischen ist Nele Thiemann im Jahr 1929 angelangt, auch der Remarque – und damit eines der legendären Weltkriegsbücher – ist gelesen.

Wolfgang vom islandorientierten Blog „Wortspiele“ hatte sich ja im März eine Auszeit verordnet, um Rückstände abzubauen. Im Mai meldete er sich mit einem schönen Beitrag über Michail Bulgakow zurück, nachdem eine Statusmeldung aus dem April von Erholung und Arbeitsfortschritten außerhalb des Blogs gekündet hatte. Und dann Ende Mai die Nachricht von einer lädierten Hand. Herzlichst: Gute Besserung!

Und hier einige weitere Hinweise auf interessante Blogs und lesenswerte Beiträge:

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Foto: nw2016

Das Weitertragen von Blogeinträgen hat ja so ein wenig etwas von der mündlichen Überlieferung, aus der ein Klangteppich wird, der dann in einen Textstrom umgewandelt wird. An der Stelle darf die geneigte Leserschaft gerne in ein homerisches Gelächter ausbrechen oder ein zartes #hach hinhauchen.

Janine vom Blog „kapri-zioes.de“ hat die Aktion #litporn gestartet, die langfristig angelegt sein und die unterschiedlichsten Bücherfreunde zusammenbringen soll.

Ilja weist auf seinem schönen Blog „Muromez“ mit lobenswerter Regelmäßigkeit auf die vielfältigen Nationalliteraturen, insbesondere Mittel- und Osteuropas hin. Da gibt es so ungeheuer viel zu entdecken!

Petra schreibt in „Philea’s Blog“ über einen Selbstversuch in Selbstdisziplin und sagt kluge Dinge über uns Büchermenschen. Außerdem war sie in den Ferien, weshalb sie sich selbst einen Bücherkoffer packte und trotz Regens  offenbar schöne Ferien voller Bücher verbrachte.

Tobi von den „Lesestunden“ ist jemand, der nicht nur ein Faible für schöne Bücher hat, sondern auch hinter die Benutzeroberfläche der Buchblogs schauen kann. Er hat nun analysiert, wie sich die Blogs über Deutschland verteilen, und wieviele von Männern (mit)betrieben werden: 8 % – die geringe Zahl hat mich dann doch überrascht!

Auf dem Blog „postmondän“ schreibt Sören über Arno Schmidts »Gelehrtenrepublik« und untersucht, ob aus der phantastischen Dystopie ein historischer Roman geworden ist.

Maren zeigt in ihrem Blog „Von Orten und Menschen“ sehenswerte Bilder und erzählt interessante Geschichten; zum Beispiel die über den Freistaat Flaschenhals, eine sonderbare Episode aus der Umbruchszeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Karo („deep read“) gerät über »Frühstück mit den Borgias« ins Schwärmen.

Marc von „Lesen macht glücklich“ hatte Pech und verlor seine Links für den Monatsrückblick April 2016. Das ist mehr als ärgerlich! Aber er machte das Beste daraus und schenkte uns einen wunderschönen Beitrag über Lesefreude und Vorlesen.

Einen Leserbrief – entwaffnend ehrlich – verschickt last man reading Tobias vom Buchrevier über ein Buch, das ihm nicht gefällt, und das er aus bestimmten Gründen nicht bespricht.

Jochen von „lustauflesen“ hat – wie andere Blogger auch – einen Tag bei Suhrkamp verbracht und liefert einen schönen Text dazu.

Viel Freude beim Nachlesen!

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6 Antworten zu Netzalmanach April/Mai 2016

  1. Petra Gust-Kazakos schreibt:

    Ich hauche #hach & danke für die tolle Sammlung – da werde ich mich morgen zum Frühstück noch durchklicken. Liebe Grüße
    Petra

  2. Nele Thiemann schreibt:

    Danke für die Erwöhnung und so viele Tipps für meine wohlverdiente Feierabendlesestunde!

  3. Maren Wulf schreibt:

    Wenn du gleich zwei Lesemonate präsentierst, Norman, kann ich mir wohl getrost ein paar Tage Zeit nehmen, um den vielen Fäden zu folgen, aus denen du einen vielversprechenden Klangteppich gewebt hast. Ich freu mich drauf und danke schön, auch fürs Einarbeiten der ollen Rheingauer!

  4. Marc schreibt:

    Bisschen verspätet: Danke fürs Verlinken und wieder ein sehr interessanter Querschnitt der Beiträge aus den letzten 2 Monaten.

  5. Pingback: [Sonntagsleserei]: Mai 2016 oder Warum Lesen?-Über Mickey Maus zur Belletristik – Lesen macht glücklich

  6. Pingback: Beiträge des Jahres 2016 | notizhefte

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