Film am Mittwoch: The Two Ronnies – Shouting In The Library

Bereitet den nächsten Bibliotheksbesuch gut vor!

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Goethe am Sonnabend Nr. 12

„Am 9. September [1791]
Versammelte sich die Gesellschaft zum erstenmale im Palais Ihro Durchl. der Herzogin Mutter. Unsere Gnädigsten Herrschaften beehrten die Sitzung mit ihrer Gegenwart.

Endesunterzeichneter trug in einer kurzen Einleitung die Absicht und die Hoffnungen der verbundenen Mitglieder vor. (S. die Beilage.)

Herr Bergrat Buchholz zeigte die merkwürdige Wirkung gepülverter Kohle auf faulendes Wasser in einigen Versuchen.

Herr Geheimer-Rat Bode teilte einen Aufsatz über die Tendenz der menschlichen Kräfte mit.

Herr Geheimer-Regierungs-Rat Voigt las einen Aufsatz über die neuesten Entdeckungen an der westlichen Küste von Nord-Amerika.

Endesunterzeichneter las eine Einleitung in die Lehre des Lichts und der Farben.

Zum Beschluß handelte Herr Major von Knebel die Frage: Warum sich Minerva wohl eine Eule zugesellt habe?

Man vereinigte sich vor der Hälfte künftigen Monats wieder zusammen zu kommen.
Goethe“

Amtliche Schriften / Gründung der Freitagsgesellschaft, 1791
Münchner Ausgabe Bd. 4.2, 1986, S.810f.

Dies ist das Protokoll der ersten Sitzung der berühmten Freitagsgesellschaft, die bis 1797 Fachleute zum Austausch über ihre Tätigkeits- und Interessengebiete zusammenführte.

Goethe am Sonnabend Nr. 11

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Aktion: Bilanz- und Empfehlungsvergleich

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, da kann man als Leser und Blogger schon mal zurückblicken und einen Satz Fragen beantworten. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mitmacht und man Trends und Spannbreiten erkennen kann. Alles natürlich höchst subjektiv und selektiv.

Was habe ich vor?

Ich habe mir fünf Fragen ausgedacht, die Ihr unten findet. Jede und jeder, der mitmachen möchte, schickt mir die Antworten zu, und ich füge diese dann mit Blog- oder Twitternamen ein.

Einsendeschluß ist der 13.12.13,  veröffentlicht wird die Liste dann am 3. Advent (und darf natürlich fleißig gerebloggt werden).

Die Fragen

  1. Welches war das Buch des Jahres (erschienen 2013)?
    1. Roman
    2. Sachbuch
    3. Kinderbuch
  2. Welches Buch habe ich wiedergelesen?
  3. Welches Buch lese ich als nächstes?
  4. Welches Buch verschenke ich zu Weihnachten?
  5. Über welches Buch würde ich mich als Geschenk freuen?

 

Also – nix wie los!

 

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Der „stoische“ Ernst Jünger

Diesen Essay schrieb Golo Mann für die Zeitschrift „Der Monat„, wo er im Oktober 1960 als Besprechung von „An der Zeitmauer“ veröffentlicht wurde. Ich habe ihn gerade in dem schönen Sammelband „Wir alle sind, was wir gelesen“ studiert (S. 291-302, mit einem knappen Nachtrag von 1989 auf S. 302), sozusagen als Einstimmung auf die kritische Ausgabe der „Stahlgewitter“.

Der 1909 geborene Golo Mann nahm den Autor Jünger bereits in den 1920er Jahren zur Kenntnis, verbindet mit ihm eine „unheimliche, quälende Lektüre“, sieht aber auch eine „achtenswerte Leistung“ darin, früh und seither kontinuierlich über den gleichen Gegenstand geschrieben zu haben. Damals aktuelle Vergleiche Jüngers mit Carl Schmitt (zu beider Briefwechsel: hier) und Martin Heidegger weist Mann zurück.

Jüngers Stil sei „gepflegt, kunstvoll und scheu“, erinnere ihn manchmal an seinen Onkel Heinrich, da beider „gläserne Kunstprosa“ unter französischem Einfluß stehe. Ferner sieht Mann eine Verwandschaft Jüngers zu Oskar Spengler, benennt aber als kategorialen Unterschied, daß Spengler sich mit dem Hauptwerk im Alter von 30 Jahren erschöpft und festgelegt habe. Bei Jünger hingegen gebe es „kein Hauptwerk, nur fortgesetztes Experiment, das ihn frisch erhielt“. Freilich habe sich Jünger zu früh und zu großartig, so Mann, stilisiert und sei vom „Prophetenroß“ nicht mehr heruntergekommen.

Detailliert geht Mann auf das Anknüpfen Jüngers an den „Arbeiter“ in dem Buch „An der Zeitmauer“ ein und verwirft dies als „falsche Reste im Denken eines, der gelernt hat, aber es nicht zugeben will, als ob Lernen und Neue-Wege-Suchen eine Schande wäre“.

Wunderbar formuliert die Bilanz, die Golo Mann zieht:

„Es regt wohl zum Nachdenken an, was er zu sagen hat, es bezaubert augenblicksweise; die Durchschlagskraft der großen Thesen und Bilder kann es nicht haben. Der Suchende ist besser als der falsch Allwissende, als Künstler aber weniger gut daran. Der politischen, liberalen Welt wird Jünger immer fremd bleiben, und dies ihm zum Vorwurf zu machen, wäre so sinnvoll, wie zu beklagen, daß Burgunder kein Rheinwein ist. Fremd der akademischen Philosophie, der Wissenschaft, mit der er nur spielt, fremd den Kirchen, wie freundlich er ihnen auch zuspricht.“

Im Nachtrag setzt er hinzu:

„Dreißig Jahre später müßte die Stimmung eines solchen Versuches [über Jünger zu schreiben] eine wesentlich andere sein. Denn die Wandlungsfähigkeit dieses Schriftstellers, trotz stärkster Identität und noch im höchsten Alter, grenzt ans Wunderbare; sein neuestes Reisetagebuch Zwei Mal Halley ist nur ein Beispiel unter vielen. Ernst Jünger ist zu einer ehrwürdigen Gestalt geworden.“

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