15. September 1914: Will Quadflieg geboren

Am 15. September 1914 kam Will Quadflieg zur Welt, er verstarb am 27. November 2003.

Der aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammende Quadflieg nahm seine Schauspielausbildung im Jahr 1933 auf und war – obwohl selbst kein Nationalsozialist – während der gesamten Dauer der NS-Herrschaft auf verschiedenen Bühnen tätig, vom Kriegsdienst befreit und spielte auch in Filmen mit. Nach dem Krieg reflektierte er sein unpolitisches Stillhalten kritisch und verhielt sich in der Bundesrepublik politisch. Sein Theaterverständnis war und blieb konservativ, das Regietheater seine Sache nicht.

Ab 1947 im Thalia Theater in Hamburg tätig, feierte er hier unter der Intendanz und an der Seite Gustaf Gründgens‘ sowie in Salzburg und Zürich Triumphe. In der Verfilmung von Goethes Faust spielte Quadflieg die Titelpartie, Gründgens gab den Mephisto (Ella Büchi als Gretchen und Elisabeth Flickenschildt als Marthe).

Der folgende Ausschnitt bringt den Pakt mit dem Teufel.

Neben der Theaterarbeit, die er in den 1970er Jahren wieder aufnahm, war Quadflieg auch immer wieder in Film und Fernsehproduktionen zu sehen. Auch das Hörbuch bewahrt die Erinnerung an den Rezitator und Vorleser.

 

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Das waren noch Zeiten: Damals in New York

Auftritt Bücherblogger; sieht sich um, setzt sich hin (beiseite):

Auch wenn Sibylle Berg naseweisen Bloggern Debatten über schlechte Bücher auf der Longlist des Deutschen Buchpreises am liebsten verbieten würde, so gibt es diese Kritik doch. Deshalb muß hier erwähnt werden, daß mir Marlene Streeruwitz‘ in unsäglichem Deutsch geschriebener Roman „Nachkommen“ über eine lebensuntüchtige Jungautorin mit verkorkstem Familienleben, in dem auch das Verlags-, Messe- und Buchpreiswesen karikiert wird, genausowenig gefallen hat, wie „Isabel“ von Feridun Zaimoglu.

Einen lesenswerten, ansprechenden Roman habe ich in den letzten Wochen trotzdem gelesen, nur eben einen aus Frankreich: „Der Horizont“ von Patrick Modiano (2013).

Zögert, steht auf (laut):

Heute geht es um einen Roman aus den USA, der dort bereits im Jahr 2010 unter dem Titel »Walks With Men« erschien:

Auf Deutsch „Damals in New York“ von Ann Beattie. Im neuen Atlantik-Verlag erschien der kurze Roman in diesem Sommer und wurde mir vor wenigen Wochen als Rezensionsexemplar zugeschickt.

Daß Männer und Frauen einfach nicht zueinander passen, es aber gleichwohl immer wieder miteinander versuchen, ist ein Dauerbrenner der Literaturgeschichte. Beattie erzählt die Geschichte von Jane (21) und Neil (44) im New York des Jahres 1980. Eine recht rasante Geschichte über Erfolg, Vertrauen und Enttäuschung, über Erfahrungsvorsprünge und Habitus. Doch aus der launigen Gesellschaftsskizze wird plötzlich mehr, als der Ex-Freund Janes vor die U-Bahn gestoßen wird.

Ein Besuch beim Psychiater, Gespräche mit der ehemaligen Ehefrau, unvoyeuristische Voyeurspassagen, ein Dialog mit einer jungen Frau – aus den verschiedenen Perspektiven umkreist der Text die Beziehung von Jane und Neil. Verschiedene Erzählstränge werden miteinander verflochten, in teilweise sehr kurzen Episoden, manchmal nur ein paar Zeilen lang, kaleidoskopartig gegeneinandergeschnitten. Nicht immer tue ich mich leicht damit, den Überblick zu behalten. Aber dann nimmt Beattie das Tempo wieder heraus und einen längeren Erzählfaden auf, so daß ich mich sortieren kann. Noch ein Szenenwechsel, ein wenig Alterskomik, und dann ist auch bald Schluß.

Fazit: Unterhaltsame Lektüre, insgesamt gut geschrieben, aber kein Buch, das den Ruhm der Autorin begründet haben würde, falls es ihr erstes gewesen wäre. Einzelne Sätze funkeln, andere lassen die Handwerklichkeit des Creative writing erkennen.

(geht ab)

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Spielzeitbeginn

Die neue Spielzeit beginnt für mich morgen mit dem ersten Abonnementskonzert der Staatskapelle Berlin. Außerdem stehen bereits vier Operntermine fest, zwei Premieren und zwei Schlachtrösser aus der Götz-Friedrich-Ära.

3. September 2014 Staatskapelle Berlin, 1. Abonnementskonzert
Gustavo Dudamel (Dir.), Daniel Barenboim (Piano)
JOHANNES BRAHMS
Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83
13. Oktober 2014 Staatskapelle Berlin, 2. AbonnementskonzertDaniel Barenboim (Dir. und Piano), Jörg Widman (Klarinette)
WOLFGANG AMADEUS MOZART
»Sinfonia concertante« für Violine, Viola und Orchester Es-Dur KV 364
JÖRG WIDMANN
»Elegie« für Klarinette und Orchester
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Klavierkonzert Es-Dur KV 271 »Jeunehomme«
5. November 2014 Deutsche Oper Berlin
Gaetano Donizetti: Roberto Devereux (konzertant)Pietro Rizzo (Dir.)
Edita Gruberová (Elisabetta I.), Davide Luciano (Herzog von Nottingham), Veronica Simeoni (Sara, seine Frau), Celso Albelo (Roberto Devereux ), Gideon Poppe (Lord Cecil), Marko Mimica (Sir Gualtiero Raleigh), Carlton Ford (Page)
16. November 2014 Deutsche Oper Berlin
Benjamin Britten: Die Schändung der Lucretia
Nicholas Carter (Dir.), Thomas Blondelle (Male Chorus), Ingela Brimberg (Female Chorus), Andrew Harris(Collatinus), Seth Carico (Junius), Noel Bouley (Tarquinius), Katarina Bradic (Lucretia), Ronnita Miller (Bianca), Elena Tsallagova (Lucia)
17. November 2014 Staatskapelle Berlin, 3. Abonnementskonzert
Paavo Järvi (Dir.), Maria João Pires (Piano)
OLIVIER MESSIAEN
»Le tombeau resplendissant« für Orchester
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Klavierkonzert G-Dur KV 453
ROBERT SCHUMANN
Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 »Frühlingssinfonie«
16. Dezember 2014 Staatskapelle Berlin, 4. Abonnementskonzert
Pablo Heras-Casado (Dir.) Sol Gabetta (Violoncello)
JOSEPH HAYDN
Sinfonie Nr. 59 A-Dur Hob. I:59 »Feuersinfonie«
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH
Violoncellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
IGOR STRAWINSKY
»L’oiseau de feu« (Originalfassung)
20. Dezember 2014 Deutsche Oper Berlin
Richard Strauss: Der Rosenkavalier
Donald Runnicles (Dir.), Michaela Kaune (Feldmarschallin), Albert Pesendorfer (Ochs), Elina Garanca (Octavian), Markus Brück (Faninal), Elena Tsallagova (Sophie)
  1. Januar 2015
Staatskapelle Berlin, 5. Abonnementskonzert
Daniel Barenboim (Dir.) Lisa Batiashvili (Violine)
PETER TSCHAIKOWSKY
Violinkonzert D-Dur op. 35
CLAUDE DEBUSSY
»Ibéria«
»La mer«
  1. Februar 2015
Deutsche Oper Berlin
Gaetano Donizetti: Lucia di Lammermoor
Ivan Repusic (Dir.), Simone Piazzola (Enrico), Pretty Yende (Lucia), Joseph Calleja (Edgardo), Matthew Newlin (Arturo), Andrew Harris (Raimondo)
  1. April 2015
Staatskapelle Berlin, 6. Abonnementskonzert
Daniel Barenboim (Dir.) Gidon Kremer (Violine)
JEAN SIBELIUS
Violinkonzert d-Moll op. 47
ANTON BRUCKNER
Sinfonie Nr. 6 A-Dur
  1. Mai 2015
Staatskapelle Berlin, 7. Abonnementskonzert
David Afkham (Dir.) Saleem Abboud Ashkar (Piano)
WOLFGANG RIHM
»Verwandlung 3«
LUDWIG VAN BEETHOVEN
Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH
Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93
  1. Juni 2015
Staatskapelle Berlin, 8. Abonnementskonzert
Zubin Mehta (Dir.) Okka von der Damerau (Alt)
GUSTAV MAHLER
Sinfonie Nr. 3 d-Moll
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1. September

Foto: nw2015

Foto: nw2015

Heute ist Samstag, der 1. September 2014. Ich bin um 5:15 Uhr aufgestanden und habe nach dem Frühstück diesen teilweise vorbereiteten Blogeintrag vorläufig abgeschlossen. Er ist Teil einer Reihe, die ich „Monatserster“ betitelt habe.

Das Wochenende war recht entspannt, ein Kaffeegespräch nach dem Wochenmarkt, Sport, Lesen, Musikhören, Telefonate, Johannisbeergelee kochen. Der August verabschiedete sich mit Aprilwetter. Jetzt beginnt ein neuer Monat. Im Kalender stehen schon viele Termine, aber was die einzelnen Tage bringen werden, ist noch offen. Gute und schlechte Überraschungen sind wahrscheinlich. Der Monatserste mag eine Richtung vorgeben oder nur einen Ausgangspunkt markieren.

Das Literarische Geburtstagsbuch aus dem Radius-Verlag erinnert unter dem 1. September an die Geburtstage von:

  • Johann Pachelbel (1635)
  • Blaise Cendrars (1887)
  • Friedrich Georg Jünger (1898)
  • Annemarie Selinko (1914)
  • Allen Jones (1937)
  • Per Kirkeby (1938)
  • António Lobo Antunes (1942)

An einem 1. September sind gestorben:

  • Frans Hals (1666)
  • Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1776)
  • August Stramm (1915)
  • Wols (1951)
  • Eero Saarinen (1961)
  • François Mauriac (1970)

Von Hölty wird der Vers zitiert:

Ein Leben wie im Paradies
Gewährt uns Vater Rhein;
Ich geb es zu, ein Kuß ist süß,
Doch süßer ist der Wein.

Seit dem Jahr 1939 ist der 1. September freilich der Tag, an dem der Zweite Weltkrieg begann. Da die den Kriegsausbruch begleitende Propagandalüge – „Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! “ – als Tonaufzeichnung vorliegt, ist sie sehr präsent und war auch als Redewendung, die man heute freilich besser nicht mehr gebraucht, in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.

Bei 5:30 beginnt die entsprechende Stelle.

Im Jahr 2014, 75 Jahre später, genießt der 1. September 1939 mehr Aufmerksamkeit als sonst.

Aktuell schaut die mediale Öffentlichkeit aber noch hektisch auf die gestrigen Landtagswahlen in Sachsen und „ist um die Einordnung des Ergebnisses bemüht“. Im Laufe des Tages berät der Deutsche Bundestag die Entscheidung der Bundesregierung, panzerbrechende Waffen, Gewehre und Fahrzeuge an Kurden im Irak zu liefern, die dort gegen die Truppen des Islamischen Staates, IS, sogenannte Terrormilizen, kämpfen. Der Vorsitzende der CDU/CSU-FRaktion im Bundestag sprach sich gleichzeitig dafür aus, deutlich mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Erst kürzlich hatte das UN-Hochkommissariat Deutschland –anders als üblich – für seine Flüchtlingspolitik gelobt.

Die Ukraine hat keine Zukunft, sagte Rußlands Präsident unlängst. Doch die diplomatischen Bemühungen werden fortgesetzt, um zunächst einmal zu deeskalieren. Von echtem Frieden spricht ja kaum noch jemand.

Abends einen kurzen und definitiv herbstlich feuchten Spaziergang durch den Botanischen Garten gemacht, bei dem mich die über 100-jährige Parkanlage erneut begeistert hat.


Gestern war der 1. September 2015.

Fortsetzungseintrag in der Reihe Monatserster. Nach einem sehr heißen Sommer bleiben auch die ersten Herbsttage sonnig und warm.

Von der Ukraine hört man nur noch gelegentlich. Selbst die Griechenlandkrise, die zeitweise unser täglicher Begleiter war, ist in Vergessenheit geraten. Geht in dem einen Land der Krieg weiter, so wird in dem anderen jeden Tag Geld verbrannt. Auch in Syrien, im Irak und der Türkei tobt weiterhin ein Krieg. Der ist immerhin insofern Thema, als sich immer wieder Menschen aus dem Westen, auch aus Deutschland,aufmachen, dorthin in den Dschihad zu ziehen. Und außerdem, weil die Kriegsflüchtlinge – von denen auch vor einem Jahr schon die Rede war – nun in noch größerer Zahl nach Europa kommen. Die Regierung rechnet mit mindestens 800.000 in diesem Jahr.

Fremdenfeindlichkeit, Haß und Gewalt haben in den vergangenen Wochen und Monaten Schlagzeilen gemacht. Immer wieder brannten Unterkünfte, schlug den Menschen Haß und Ablehnung entgegen. Im sächsischen Heidenau lieferte sich eine Volksmenge zwei Nächte lang Straßenschlachten mit der Polizei.

Diese Tage der Schande werden derzeit überstrahlt von einer Welle der Hilfsbereitschaft, die andere Bürger den Ankommenden entgegenbringen.

Doch die deutsche Gesellschaft bleibt gespalten, und viel spricht dafür, daß sich hier die Folgen einer sozialen Spaltung zeigen.

Ein prominenter Todestag findet in diesem Jahr als großes Jubiläum übrigens Erwähnung, es ist derjenige des Sonnenkönigs Ludwigs XIV., der am 1. September 1715 starb. Für Musikfreunde: Seiji Ozawa feierte seinen 80. Geburtstag.

 

 

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