Ausstellungen: Grosz und Gurlitt

Vom 18. Oktober 2018 bis 6. Januar 2019 zeigt das Bröhan-Museum die Ausstellung »George Grosz in Berlin«. Sie fokussiert sich auf die nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin entstandenen Werke, behält aber auch das New Yorker Exil im Blick. Gezeigt werden auch späte Collagen aus den 1950er Jahren. Die Werkauswahl erscheint repräsentativ und erstreckt sich spartenübergreifend auch auf Theatermalerei und -ausstattung; insgesamt werden über 200 Werke gezeigt.

Die Präsentation (Besuch am 28. Oktober 2018) wirkte auf mich jedoch etwas lieblos, manche Erläuterungen waren auf recht kleinen Zetteln nicht besonders gut lesbar in Hüfthöhe, mitunter in den Raumecken angebracht. Um Barrierefreiheit zu gewährleisten, sollten solche Leseelemente dann besser zweimal angebracht oder größer gestaltet werden. Dies war in der am 29. Oktober 2018 besuchten Ausstellung im Gropius-Bau deutlich besser und modernen Museumsanforderungen entsprechend gelöst worden.

Vom 14. September 2018 bis 7. Januar 2019 ist im Gropius-Bau »Bestandsaufnahme Gurlitt. Ein Kunsthändler im Nationalsozialismus« zu sehen. Sie beruht auf dem sogenannten Kunstfund Gurlitt Ende 2013 und dokumentiert die Provenienz der ausgestellten Werke. Gezeigt werden 250 von rund 1.500 Werken; bis jetzt wurden vier (!) an die Erben der rechtmäßigen Eigentümer restituiert.

Die Ausstellung ist natürlich zeitgeschichtlich interessant und beleuchtet, wie der der Moderne verpflichtete Kunsthändler Hildebrand Gurlitt (1895–1956) später mit den Nationalsozialisten zusammenarbeitete, sich selbst während dieser Zeit Kunstwerke verschaffte und diese nach 1945 behielt. Gleichzeitig gibt es Einblicke in die Kunstpolitik des Dritten Reiches, insbesondere zum „Sonderauftrag Linz“, der die Ausstattung des geplanten „Führermuseums“ bereitstellen sollte. Auch die interessante, aber doch kurze Nachkriegskarriere Gurlitts wird sehr informativ behandelt.

Besonders sehenswert sind aber auch die ausgestellten Werke selbst; unter ihnen befinden sich großartige und seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr gezeigte Bilder.

Eine echte Neuentdeckung für mich waren die Bilder von Cornelia Gurlitt, die sich der Künstlergruppe »Die Brücke« angeschlossen hatte.

 

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