Morgen in der Schlacht denk an mich

Foto: nw2015

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Dies ist tatsächlich meine erste Begegnung mit dem Autor Javier Marías, der Anfang der 90er Jahre mit »Mein Herz so weiß« in Deutschland bekannt wurde. »Morgen in der Schacht denk an mich« (1994, dt. 1998) ist der achte Roman des Schriftstellers seit 1971, der auch als Übersetzer aus dem Englischen tätig ist. 2012 erschien der Roman »Die unsterblich Verliebten« in deutscher Übersetzung.

 

Worum geht es?

In Madrid wird eine Ehebruchsszene choreographiert, während der Ehemann in London weilt; der kleine Sohn des Ehepaares hemmt den Fortgang der Amoure. Schließlich stirbt die Frau, ohne daß es zum Geschlechtsakt gekommen wäre. Der Mann verläßt daraufhin die Wohnung und versucht, mit dem Erlebten klarzukommen. Er sucht die Todesanzeige und besucht auch die Beerdigung.

Und danach? Das Buch hat schließlich noch knapp 300 Seiten.

Zunächst einmal wird weitschweifig, aber durchaus amüsant erläutert, daß die Identität des Erzählers in der Maskerade besteht (S. 117-123). Dies erklärt den erzählerischen Gestus der vorangegangenen hundert Seiten – der auch bereits in »Mein Herz so weiß« angewendet wurde, wie ich las, und demzufolge zum Vorwurf der Selbstkopie führte, wie ich ebenfalls las (bei Wolfgang Höbel, s.u.). Dann begegnet der Erzähler dem spanischen König, der als ziemliche Karikatur daherkommt. Wichtiger aber ist ihm, auf diese Weise Kontakt zur Familie der Verstorbenen zu erlangen.

 

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Edith Wharton, Dämmerschlaf

Heute wieder einmal eine Zweitempfehlung für ein gutes Buch. Das Leben in den USA der Zwischenkriegszeit fernab von Wirtschaft und Politik, scharfzüngig geschildert.

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Gesellschaftliche Zwänge bilden das große Thema der New Yorker Autorin, die von 1862 bis 1937 lebte und das glanzvolle Leben der Upper Class von klein auf kennengelernt hatte. Sie floh nach der Jahrhundertwende aus einer unglücklichen, konventionellen Ehe nach Paris und lebte bis zu ihrem Tod in Frankreich. Für das 1897 erschienene Buch „The Age of Innocence“ erhielt sie 1920 den Pulitzerpreis.

Vor bald zwanzig Jahren las ich ihren unvollendet gebliebenen Roman „Die Freibeuterinnen“, der von Marion Manwaring fertiggestellt wurde und seinerzeit als Sensation angepriesen wurde. Hier werden junge Frauen, deren Väter kein altes Geld besitzen, und die deshalb keine besonders guten Partien machen können, nach England verbracht und dienen der dortigen Aristokratie zur Blut- und Geldauffrischung.

Dadurch neugierig gemacht erwarb ich ein paar Jahre später bei einem Amerikaaufenthalt die Erzählungen „Old New York“, in denen die Gepflogenheiten der Jahrhundertmitte dargestellt werden. Das fand ich dann weniger ansprechend, zwar nicht…

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Wannseeausflug: Liebermann und van Gogh

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Ausflug Am heutigen Sonntag, der nach wie vor nicht so heiß ist, war ich am Morgen zuerst laufen und hatte vormittags dann Lust, etwas zu unternehmen. Da es sonnig-wolkig-windig war, entschied ich mich für eine gemischte Variante: halb Ausflug, halb … Weiterlesen

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Leseflaute – von wegen! #toptenthursday

Acht der zehn vorgestellten Bücher Foto: nw2015

Sieben der zehn vorgestellten Bücher plus ein weiters.
Foto: nw2015

„10 Bücher, die du gegen eine Leseflaute empfiehlst“ – so lautet die Aufgabe des #toptenthursday für den 23. Juli, wie stets von Steffi Bücher Bloggeria ausgehend.

Ich habe mich für kürzere Texte entschieden, die das Wieder-Fahrt-Aufnehmen ermöglichen; drei Romane, ein Theaterstück, mehrere Anthologien (unterschiedlicher Textgattungen) und ein Tagebuch. Alles Texte, die ich immer wieder – auch ohne Leseflaute – gerne zur Hand nehme.

 

Thomas Mann, Königliche Hoheit

Schlank und flüssig kommt dieser für TMs Verhältnisse kurze Roman daher, eine Perspektive auf das Kaiserreich jenseits Preußens und Bayerns. Modernisierung und persönliche Reifung.

 

Agatha Christie, Tod auf dem Nil

Hercule Poirot in Hochform, durch den glänzenden Film mit Peter Ustinov und vielen weiteren Stars ins kollektive Gedächtnis eingegangen.

 

Friedrich Schiller, Kabale und Liebe

Begeistert mich seit dem Gymnasium.

 

Fritz J. Raddatz, Tagebücher 1982-2001

Beißend, eitel, spöttisch, offen, immer unverstanden – der Fritz in Hochform.

 

Patrick Modiano, Der Horizont

Oder einen anderen Roman vom ihm. Kurz, andeutungsvoll, ungefähr – ich habe immer Schwarz-weiß-Bilder im Kopf.

 

Henning Ritter, Notizhefte

Nicht umsonst namensgebend für meinen Blog. Inspirierende Lektüre.

 

Martin Mosebach, Die schöne Gewohnheit zu leben

Texte über Italien. Gute Texte. Über Italien.
„Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn…“
Also: Gute Texte über Italien.

 

Matthias Reiner (Hrsg.), »Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo«, Deutsche Balladen

Mit durchaus stimmigen Illustrationen von Burkhard Neie, 23 Balladen von Goethe bis Brecht. Unbedingt laut lesen!

 

Golo Mann, Wir alle sind, was wir gelesen. Aufsätze und Reden zur Literatur

Kenntnisreich und sehr ansprechend geschrieben. Erneut ein Buch über Literatur, das zum Weiterlesen animiert.

 

Joachim Fest, Bürgerlichkeit als Lebensform

Diese späten Essays kreisen um deutsche Literatur und Geschichte, sind klar und pointiert formuliert und zeigen einen belesenen sowie kultivierten Mann. Immer wieder lohnend.

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