Konrad Paul Liessmann: Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift

Das klingt nach einem wichtigen Buch, dem Verbreitung zu wünschen ist. Nicht in dem Sinne, daß die ideologisch verstockte Kultusbürokratie zur Umkehr fände, sondern eher so, daß engagierte Pädagog_innen und Professor_innen kleine Schritte unternehmen und sich eine Bottom-up-Bewegung formiert.

das graue sofa

Liessmann_2Wer sich für das Thema „Bildung“ interessiert, sei es aus professionellen Gründen, als Betroffener oder einfach nur Interessierter, der findet in Liessmanns Schrift eine fundiert ausgeführte Gegenposition zu den regelmäßig in die Bestseller-Charts weit vorn notierten sogenannten Reformpädagogen oder den durch die mediale Aufmerksamkeit lautstark verbreiteten kritischen Schüler-, Eltern- oder Politikermeinungen.

Liessmanns Überlegungen scheinen konservativ zu sein, obwohl der Konservatismus nicht seine politische Heimat ist. Er zeigt in seiner viele verschiedene Facetten von Bildung betrachtenden Argumentation auf, dass Bildung Mühe macht, dass Bildung mehr ist als Faktensammlung, weit mehr ist als die Heilsversprechen der neuen Kompetenzen – oder diverser Reformpädagogiken. Und er traut sich etwas, denn er führt, dem Zeitgeist völlig widersprechend, Humboldt an, stellt seine Idee eines drei Stadien berücksichtigenden Unterrichtskonzeptes (Elementarunterricht, Schulunterricht und Universitätsunterricht) vor und fragt, was Schule in diesem Sinne zu leisten habe. Kulturtechniken seien das, sprachliche Fähigkeiten und eben grundständiges Wissen. Und er verweist darauf…

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Eine Antwort zu Konrad Paul Liessmann: Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift

  1. dasgrauesofa schreibt:

    Lieber Norman,
    vielen Dank fürs Rebloggen – vielleicht können wir so gemeinsam doch noch den einen oder anderen Leser gewinnen! Und zu Deiner Bottom-up-Hoffnung eine zweigeteilte Einschätzung: Die Lehrpläne, nein, sie heißen nun „Bildungspläne“, sind mit dem Blick auf den Inhalt – und ich kann es natürlich auch nur für die Bildungsgänge an meiner Schule sagen – tatsächlich ein Problem. Manchmal beschleicht mich der Verdacht, die Schülerinnen und Schüler sollen tatsächlich nicht mehr mit gar zu viel Inhalt überfordert werden. Aber: Lehrer sind beharrlich, sie kennen die pädagogischen und didaktischen Wellen, die alle Jahre mal wieder über die Schulen schwappen, atmen tief durch und versuchen wenigstens zu retten, was zu retten ist. So kann ich beispielsweise aus eigener Anschauung die Kritik, die Liessmann an der Lehrerausbildung formuliert, nicht bestätigen. In der Referendarausbildung steht nach wie vor eine inhaltlich richtige Stunde im Fokus der Fachleiter, mit dem Inhalt steht und fällt die Note. Und meine Referendare sind auch noch vom Inhalt beseelt – und achten sogar auf die sprachlichen und mathematischen Qualitäten der Schülerergebnisse.
    Liebe Grüße, Claudia

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