Was ist und zu welchem Zweck betreibt man Internetjournalismus?

Ach herrje, muß ich dazu auch meinen Senf abgeben?  – Soll er doch ein paar ‚erste Sätze‚ aus alten Büchern rauskramen, gelegentlich mal eine Besprechung posten und gut ist, mag der allfällige Einwand lauten.

Aber so wie ich eine Meinung zu den öffentlich-rechtlichen Programmen und zum Unterschichtenfernsehen (Erinnert sich noch jemand an Harald Schmidt?) habe, meinen klugen Kopf regelmäßig hinter mit Druckerschwärze verziertes Altpapier halte und mir dazu meinen Teil denke, so ist es eben auch mit diesem Internet und den dort zu findenden journalistischen Hervorbringungen.

Wer schon mal im Blog gestöbert hat, kennt die Posts zu #Neuland (mit dem bin ich gestartet) und zur Vernetzung („Ihr müßt mehr retweeten!“). Soviel zu meiner Expertise 😉

Über Tilo Jung habe ich z.B. den Blog von Thomas Wiegold kennengelernt – sehr interessant, da werden Informationen, Quellen und Meinungen zusammengebracht, die man sich sonst sehr mühsam zusammensuchen müßte – wenn man sie denn überhaupt fände.

Jetzt komme ich zwanglos – oder doch eher zwangsläufig? – zu ‚Jung und naiv‚. Das Format ist auf YouTube durchaus erfolgreich, wird gerade etwas ‚gehypt‚ und ein kleines bißchen ‚gedisst‚, aber das setzt die Aufmerksamkeitsspirale ja nur weiter in Bewegung.

Wenn man mehrere Videos hintereinanderschaut, wird es natürlich einförmig, aber das ist bei Lanz und Beckmann ja nicht anders. Ich finde die Experteninterviews besser als die mit den Politikern. Die Experten bekommen mehr Raum als normalerweise eingeräumt, über ihre Themen zu sprechen, und es gibt mehr Nachfragen, was denn jetzt genau gemeint sei. Dadurch besteht die Gelegenheit, daß mehr Information zum Endverbraucher gelangt als in anderen Formaten. Wer freilich Deutschlandfunk hört, dürfte in der Regel auch nicht mit Informationsschnipseln abgespeist werden. Aber zur Zielgruppe (‚Politik für Desinteressierte‘) gehören vielleicht doch keine typischen DLF-Hörer.

Bei den Politikern bin ich hingegen meist etwas enttäuscht zurückgeblieben. Erika Steinbach – die sich auf Twitter hin und wieder erstaunlich geduldige Wortwechsel mit Tilo liefert – bleibt ihren Überzeugungen treu, läßt sich aber auch nicht zu verbalen Amokläufen aufstacheln. Doro Baer erklärt, warum sie ihre Meinung zum Betreuungsgeld geändert hat. Peer Steinbrück sagt, daß Frau Merkel schlechte Arbeit macht und er es gerne besser machen würde.

Ja nun. Oder auch: „Echt?“

Und dann hat mich heute über den/das Blog von Daniel Rehn das Video zum Thema erreicht (das kommt auch über andere Quellen). Daraus ziehe ich das Fazit: Alles #Neuland und jeder experimentiert herum. Gut so. Oder, um den Bogen noch einmal zu Thomas Wiegold zu schlagen: „Weitermachen!“

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3 Antworten zu Was ist und zu welchem Zweck betreibt man Internetjournalismus?

  1. katakneme schreibt:

    Zum Blog von Thomas Wiegold kann ich nur zustimmen. Dort findet man sachlich und spezifisch hochwertvolle Kommentare. Ich habe allerdings „Jung und naiv“ über Thomas Wiegolds Blog kennen gelernt 😉

    • nweiss2013 schreibt:

      Vielen Dank für das Feedback! Tilo Jung hat mir beim Kaffeetrinken sein Projekt erklärt, bevor es an den Start ging, und dabei erwähnte er schon Thomas Wiegold.

  2. Pingback: Webperlen: Aufmerksamkeit für Organspende erzeugen, Bloparade über Blogparaden und eierlegende Wollmilch-PR und

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