31. Juli 1914: Louis de Funès geboren

Der vor hundert Jahren geborene Schauspieler gehört zum Fernsehrepertoire meiner Jugend, Abteilung Klaumauk mit Ohoo! und Ahaa! Ich erinnere mich an den Eindruck eines hektischen Spießbürgers in gehobener Position, der im Laufe des Films im selbstverursachten Chaos unterging und der Lächerlichkeit preisgegeben wurde, dabei aber bis zuletzt überzeugt war, der einzig vernünftige Mensch zu sein, umgeben von Idioten und Nichtsnutzen. Die deutsche Synchronisation der 1960er und 1970er Jahre soll ziemlich sinnentstellend sein, entfaltet aber durch aus eine eigene Dynamik.

De Funès war ziemlich lange eine eher verkrachte Existenz, ging noch während des Krieges zur Bühne und wurde erst 1964, also mit 50 Jahren bekannt.

Dann aber ging es Schlag auf Schlag: „Der Gendarm von Saint Tropez“, „Fantomas“ und „Louis, das Schlitzohr“ – alle im Sommer 1964 gedreht, wurden in der Folge zu großen Kinoerfolgen mit jeweiligen Fortsetzungen. Bis Anfang der 1970er Jahre kam mindestens ein Film pro Jahr heraus, manchmal auch drei. Wegen eines Herzanfalls mußte der Schauspieler kürzertreten und kehrte erst mit dem bewußt weniger hektisch agierten Film „Brust oder Keule“ auf die Leinwand zurück.

Oscar, die Adaption eines Theaterstücks, war mir wegen der modernen Kulisse in Erinnerung. Das stimmt, wie ein Blick auf dieses Video lehrt:

Hier kann man de Funès gleich auch im Original hören. In vielen Filmen kommt natürlich auch die Citroën DS zum Einsatz, das Kultfahrzeug des französischen Films schlechthin. Die Filme stehen in gewisser Weise für ein epochemachendes Frankreich. Als ich Ende Mai diesen Artikel in der FAZ über das Brigitte-Bardot-Syndrom las , mußte ich urplötzlich an Oscar mit Louis de Funès denken.

Hübsch ist auch die folgende Szene, mit der diese kleine Hommage schließen soll:

 

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2 Antworten zu 31. Juli 1914: Louis de Funès geboren

  1. saetzebirgit schreibt:

    Oh je…der liebe Louis. Auch mein Jugendtrauma 🙂 Als Kind fand ich den ganz witzig – aber wie vieles, was man dann später wieder sieht oder wieder hört, löst das dann nur erschrockenes Kopfschütteln aus. Wie konnte man das nur witzig finden? (Wie z.B. Bud Spencer und Terence Hill, Peter Alexander und Eddy Arendt usw.). Neulich mal Brust und Keule geguckt. Habe es kaum machen können…aber trotzdem: Es verliert trotz leichtem Gruseln auch nicht den Charme einer Zeit, von der man heute glaubt, sie war unbeschwert.

  2. J. Kienbaum schreibt:

    LdF immer wieder gerne. „Muskatnuss, Herr Müller, Muskatnuss!“ http://www.youtube.com/watch?v=q03L0hH6jLM
    Zugegeben; nicht alle seine Filme sind gut. Aber einige haben durchaus Qualitäten und taugen zum Klassiker.

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